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Verzicht und Neuanfang

Gedanken zum Sonntag Reminiszere 2014

Pfarrer Andreas Schreiner

Andreas Schreiner
Katholischer Pfarrer in Immenhausen seit 1994

Nun liegt der Aschermittwoch schon über eine Woche hinter uns. Und genauso alt ist die Fastenzeit geworden. Wenn es Ihnen so geht wie mir, dann sind die ersten guten Vorsätze bereits grandios gescheitert.

40 Tage des Verzichts auf lieb gewordene Gewohnheiten und das ein oder andere kleine Laster sind schließlich auch ganz schön heftig. Das abendliche Bierchen vor dem Fernsehapparat, die Tasse Kaffee mit der besten Freundin... Und darauf soll ich sechs Wochen lang verzichten?

40 Tage des Verzichts fallen schwer, und tun ganz schön weh. Kein Wunder, dass wir leicht aufgeben angesichts einer so langen trüben, düsteren und traurigen Zeit von Opfer und Verzicht.

Das stimmt, wenn ich in der Fastenzeit tatsächlich einfach nur ein paar geliebte Dinge oder Gewohnheiten weglasse.

Aber wie sieht die Fastenzeit aus, wenn ich sie nicht einfach als eine Zeit des Weglassens, sondern eine Zeit des "stattdessen" betrachte? Wenn ich abends vor dem Fernseher statt meines geliebten Bierchens traurig und lustlos ein abgestandenes Mineralwasser schlürfe, dann ist das zwar ein Fastenopfer, aber eines, das mir die Zeit trüb und mühselig macht. Das halte ich sicher keine sechs Wochen durch.

Wenn ich aber die Zeit, die ich sonst Bierchen trinkend vor dem Fernsehapparat verbringe, mit den Kindern zusammen eine Runde "Mensch ärgere dich nicht" spiele und dabei statt Bier zusammen mit den Kindern ein Fruchtsaft oder ein Wasser trinke, dann sehen diese sechs Wochen plötzlich ganz anders aus.

Wenn ich statt der Tasse Kaffee und des Geplauders mit der Freundin meine Zeit vielleicht für einen kleinen Abstecher in die Stille nutze, um vielleicht kurz mit Gott zu reden oder einfach nur zur Ruhe zu kommen, dann sieht die Zeit des Verzichts auf einmal auch ganz anders aus.

Nicht weglassen, sondern "stattdessen" - darum geht es in der Fastenzeit. Lieb gewordene Gewohnheiten überdenken, stattdessen Alternativen dagegen setzen. Gott ist doch kein Spielverderber, der Spaß daran hat, uns Dinge zu verbieten, die uns Freude machen.

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