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Verletzlicher Hoffnungsträger

Gedanken zum 1. Advent 2014

Dr. Manuel Goldmann

Dr. Manuel Goldmann
Direktor des Evangelischen Predigerseminars und Pfarrer im Kirchspiel Gesundbrunnen, Hofgeismar

Er kommt. Die große Wende, die er bringt, beginnt ganz klein. Quer zu den meisten Erwartungen liegt, was er ist und tut. Gott sei Dank!

Das biblische Motto für die erste Adventswoche bringt es ins Bild: "Du Tochter Zion, freue dich … denn siehe, dein König kommt zu dir: ein Gerechter - ein Geretteter!" (Sacharja 9,9)

Nanu? Das passt doch nicht! Ausgerechnet der Eine, dessen Ankunft die Wende bringt, soll nicht souverän über den Verhältnissen stehen, sondern selber auf Rettung angewiesen sein? (Die gängigen Übersetzungen schreiben darum lieber "Helfer" oder "Retter" statt "Geretteter".)

Ein Traumatisierter als Hoffnungsträger? Ein Friedenskönig, der Angst und Ausgeliefertsein selber erlitten hat, und seine Rettung anderen verdankt?

Befreit aus einem syrischen Folterkeller, aufgefischt aus einem überfüllten Flüchtlingsboot, bewahrt vor Abschiebung durch ein rettendes Kirchenasyl?

Seltsam. Oder gerade nicht? Und wenn es der Schlüssel wäre zu einer Hoffnung, die wirklich trägt? Die, die auf Unbesiegbarkeit aus sind, heizen die Spirale der Gewalt nur an.

Der verletzliche Hoffnungsträger macht die Alternative sichtbar. Im Mitleiden bahnt er die Wende an. Advent feiern heißt, mit der Alternative rechnen: mit dem geretteten Retter.

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