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Wie kann drei eins sein?

Gedanken zum Sonntag Trinitatis 2012

Pfarrer Karl Christian Kerkmann

Karl Christian Kerkmann
Pfarrer und Seelsorger im Evangelischen Krankenhaus am Krähenberg und in der Evangelischen Altenhilfe

Über die Einheit Gottes, die sich in der Dreifaltigkeit - und Vielfältigkeit des Lebens - ausdrückt.

Drei Personen, ein Gott?! Am Sonntag nach Pfingsten feiern Katholiken und Protestanten den Dreifaltigkeitssonntag, beziehungsweise Trinitatis. Er beschäftigt sich mit der Frage: "Wie kann man sich Gott vorstellen?"

Drei sind irgendwie und auf wunderbare Weise eins. Die Vielfalt Gottes ist verbunden. Vater, Sohn und Heiliger Geist, die drei Personen Gottes, sind Ausdruck für das, was gemeint ist.

Gott wirkt auf verschiedenartige Weise. Er erschafft Himmel und Erde, er liebt und leidet für die Menschen, er sammelt und stärkt sein Volk - mal Vater genannt, mal Sohn, mal Heiliger Geist.

Darin verdichten sich uralte Erfahrungen: Gott, der Vater steht auch für mein Urvertrauen. Ja, ich bin geschaffen, ich werde gehalten von einer Wirklichkeit, die unsere sichtbare Wirklichkeit übersteigt und überstrahlt.

Dieser Urgrund schenkt mir Vertrauen, dass ich den Sinn meines Lebens nicht selbst machen muss, sondern dass ich ihn geschenkt bekomme.

Aber der Schöpfer ist und bleibt nicht hoher Himmelsherr, sondern ist Gott der Sohn. Das heißt, Gott wird Mensch, er steigt herab, er interessiert sich wirklich für uns Menschen, wir sind seine Kinder, wir sind somit Schwestern und Brüder Jesu.

Er war in Jesus Christus Mensch bis zum Äußersten, bis zum Tod. Aber Gott ist nicht nur Mensch gewesen, sondern er wirkt für uns als Gott, der Heilige Geist, der lebendig macht, der uns belebt und verbindet - mit anderen Menschen und mit ihm selbst. Denn er "äußert" sich, er drückt sich aus in allem Lebendigen, in jedem Menschen und in allem, was er geschaffen hat.

Von der Dreifaltigkeit Gottes zu sprechen macht deutlich, dass Gott kein jenseitiger, irgendwo thronender Himmelsherr ist, sondern dass er in unsere Welt, in unser Leben hineinwirkt, hineinstrahlt und gegenwärtig ist.

Der Glaube an den dreifaltigen Gott atmet Offenheit, denn Gott zeigt sich vielfältig in unserer Welt, in unserem Leben. Und zugleich kommt alles von ihm und lebt aus ihm, dem Urgrund und der Quelle des Lebens.

Auch wenn man Gott eine Wesenheit in drei Personen nennt, hat man das Geheimnis seines Wesens natürlich noch nicht erfasst. Wen wundert's? Denn alles ist menschliche Deutung und sind Erklärungsversuche. Der lebendige Gott lässt sich nicht einmauern in dogmatische Gebäude und Lehren.

Der vielfältig Wirkende lässt sich nicht auf einen Begriff reduzieren. Gott ist vielmehr alles zugleich: Kraft und Fülle, Liebe und Hingabe, Begeisterung und Hoffnung.

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