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Österliches kaputt lachen!

Gedanken zum Sonntag Quasimodogeniti 2012

Pfr. Thomas Seifert

Thomas Seifert
Pfarrer der kath. Kirchengemeinde Heilig Geist, Grebenstein

Wussten Sie, dass Ostern ein Fest der Freude ist? So gehört es zur christlich orthodoxen Tradition, sich nach dem Auferstehungsgottesdienst mehr oder weniger "kaputt zu lachen", denn die Freude soll sich auch äußerlich zeigen.

In der Tat hat sich Jesus Christus im Abendmahlssaal mit den Worten verabschiedet: "... damit ihr die Freude in Fülle habt."

Wie viel kommt von dieser Freude liturgisch und alltäglich bei uns deutschen Christen rüber? Wenn wir tatsächlich Meister der Freude wären, dann müssten unsere Kirchen voll sein, denn lachen und sich freuen ist ansteckend!

Woran liegt also unsere christliche "Freudlosigkeit"? Am nächstliegenden ist eine gewisse gewohnheitsmäßige Abstumpfung unseres österlichen Feierns. Aber vielleicht ist es uns auch so, wie mit dem Geburtstag feiern ergangen.

Wenn man an Kindergeburtstagen teilnimmt, dann herrscht meist große Erwartung und viel Freude. Mit zunehmenden Alter aber, wird für viele das Geburtstag feiern zur mehr oder weniger lästigen Pflichtübung, der man gerne durch kurzzeitiges Wegfahren entgeht und für andere wird ab einem gewissen Alter der Geburtstag zum jährlichen Tag des "Schreckens" - "Schon wieder ein Jahr älter!"

Wie aber kann man sich die Freude an der Auferstehung Jesus Christi, seinen Sieg über Sünde, Leid und Tod wieder bewusst machen?

Ein entscheidendes biblisches Bild dafür ist der Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei Ägyptens. Tatsächlich sind wir in den Augen Gottes "Sklaven". Das heißt, wir Menschen sind durch gewisse äußere und innere Bedingungen unfrei.

Denn sei es, dass wir uns im Bezug auf das wahre Gute irren, sei es, dass wir das als für Gut erkannte nicht wollen; das Ergebnis ist immer dasselbe: wir denken, reden und handeln nicht gut oder anders gesagt: wir sündigen und leben damit nicht in der Freiheit des wahrhaft Guten.

Wir sind also moderne Sklaven; übrigens gibt es viele moderne Formen der Sklaverei. Die immer mehr angezogene Leistungsschraube in der Arbeitswelt, der moderne Frauenhandel, die extremen Fälle in denen Menschen in Kellerräumen für Jahre weggeschlossen und missbraucht werden, die alte-neue Sklaverei in Nordafrika oder die moderne Wegelagerei die Menschen kidnappt und nur gegen Lösegeld frei gibt...

Vor ein paar Monaten gingen Bilder aus Südamerika von einem Grubenunglück rund um die Welt. Wie mögen sich die Bergleute am Anfang gefühlt haben; mit der bangen Frage: wird man uns suchen - wird man uns finden?

Lebendig begraben sein - aus Gottes Blickwinkel ist dies ein vortreffliches Bild für unser menschlich irdisches Leben. Deshalb hat auch er eine "Probebohrung" angesetzt, um uns seine Zusagen zu machen: "Ich befrei euch!

Wie haben sich wohl die Minenarbeiter gefreut als sie gefunden wurden, geschweige denn, als sie wieder an die Erdoberfläche treten konnten und ihre Lieben sie umarmten. Das ist österliche Hoffnung und Freude pur.

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