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Alles vergeblich?

Gedanken zu Pfingsten 2012

Pfarrerin Anne Vilmar

Anne Vilmar
Pfarrerin der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hofgeismar mit Friedrichsdorf und in Kelze

Ein lauwarmer Abend und ein bisschen Zeit: Ich krempele die Ärmel hoch und ab in den Garten. Mein Garten ist grün, sehr grün. Genau genommen hat in meinem Garten ein grünes, unglaublich widerstandsfähiges und vitales Kraut die Herrschaft an sich gerissen: der Giersch.

Nun ist es nicht so, dass ich nicht versuchte, seiner Maßlosigkeit Grenzen zu ziehen, erst unlängst rupfte, grub und mähte ich, doch fand ich ihn wenig später auferstanden, sich mir wie der lieben Sonne entgegenstreckend, gleichsam als wollte er sagen: Da bin ich wieder, mich wirst du nie los!

Alles vergeblich?

Ob sie das auch gedacht haben, damals vor 2000 Jahren in Jerusalem, die Frauen und Männer, die sich Jesus angeschlossen hatten?

Seinem Ruf waren sie gefolgt, hatten ihre Familien, ihre Dörfer, ihre Berufe hinter sich gelassen. Auf sein Wort hin waren sie aufgebrochen in ein neues, ungewissen Leben und hatten viel Neues erfahren.

Sie hatten gehofft und geglaubt, manchmal gestritten, sich schließlich selbst in Gefahr begeben und als Jesus von den Römern gekreuzigt wurde, da hatten sie neben Schmerz und Entsetzen vielleicht auch Resignation in ihren Seelen gespürt und die bohrende Frage: Alles vergeblich? Würde nichts von dem bleiben, nichts aufgehen von der Saat, die Jesus in sie und in die Welt gesät hatte?

Zu Pfingsten in Jerusalem, da erfuhren sie mit Macht: Nichts war vergeblich, Gott selbst sorgte dafür. Als Gottes Geist sie erfüllte und sie stark machte zum Erzählen, Singen und Beten, da nahm dieser Geist des Lebens auch mit sich, was sie mit Verzagen, Angst und Trauer erfüllt hatte.

Beseelt und begeistert im wahrsten Sinn des Wortes standen sie auf, die Frauen und Männer in der Nachfolge Jesu, und hörten nicht auf und haben bis heute nicht aufgehört, von Jesus zu erzählen und in seinem Geist Leben zu achten, zu stärken und zu bewahren.

Möge Gottes starker, Leben schaffender Geist Ihnen ein schönes, ermutigendes Pfingstfest bereiten und mit sich fort nehmen, was erdrückend, Mühe voll oder schmerzlich ist in Ihrem Leben.

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