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Priorität!

Gedanken zum 4. Advent 2012

Pfr. Thomas Seifert

Thomas Seifert
Pfarrer der kath. Kirchengemeinde Heilig Geist, Grebenstein

Wer möchte schon gerne das fünfte Rad am Wagen sein? Also nur für den Fall der Fälle - auf Reserve? Wenn wir ehrlich mit uns und unseren Mitmenschen sind, dann hat jeder so seinen "Platz".

Beim Egoisten und erst recht beim egomanisch verliebten Narzissten steht immer das "ICH" an erster Stelle. Sich selbst einmal die Frage stellen: Wer oder was hat Vorrang bei mir? Das kann ganz heilsam sein.

Gibt es da jemanden oder etwas, das mir wichtiger ist, als ich mir selbst? Zum Beispiel: ein Kind oder der Ehepartner? Oder aber auch meine Ehre, gutes Aussehen, Job, ...

Rein menschlich gesehen haben wir durch unsere endlichen Fähigkeiten nur eine begrenzte Aufmerksamkeit zu vergeben, deshalb teilt sich diese immer in eine Rangordnung auf, ob wir uns dessen bewusst sind oder auch nicht. Von daher ist Liebe bzw. Aufmerksamkeit und Offenheit unter uns Menschen immer eine gewisse Mangelerscheinung.

Ja, auch wenn wir jedem unsere ganze Aufmerksamkeit schenken könnten, wäre die Sehnsucht der meisten Menschen nicht gestillt. Denn tatsächlich kann kein Mensch einen anderen langfristig vollkommen glücklich "machen".

Bei Gott allerdings, sieht das ganz anders aus, seine Fähigkeit der Liebe, der Aufmerksamkeit ist unendlich groß. Obwohl er den ganzen Kosmos und einige Milliarden Menschen im Blick hat, ist er damit bei weitem nicht überfordert, sondern jeder Mensch steht bei Gott im Mittelpunkt seines Interesses!

Kaum vorstellbar, aber wahr! Oder was sonst bedeutet das Gleichnis des verlorenen Schafes (vgl. Lk 15,1-7). Denn von Gott aus gesehen ist jeder Mensch ein "Verlorener", ein durch die Erbsünde entfremdeter ... Deshalb gibt uns Gott ein ganzes irdisches Leben, um sich finden zu lassen.

Wenn wir also an Weihnachten in die Krippe schauen und sich dort die Arme des Jesuskindes uns entgegen strecken, dann strecken sich diese Ärmchen allen Menschen entgegen; und dennoch jedem einzelnen mit solcher Intensität, dass man sich getrost vorstellen kann, man selbst sei der einzigste Mensch auf Erden und diese Arme strecken sich "NUR" mir entgegen.

Denn Gottes Aufmerksamkeit ist unendlich, deshalb hast DU bei Gott immer Priorität! Du bist seine Nummer eins! Dir - Dir ganz persönlich gilt seine liebende Umarmung und auch seine Geduld. Voller Sehnsucht und doch geduldig wartet der barmherzige Vater bis er seinen verlorenen Sohn endlich wieder in seine Arme schließen kann.

Ein gnadenreiches Weihnachtsfest und ein gesegnetes neues Jahr!

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