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Das waren noch Zeiten

Gedanken zum 3. Advent 2012

Arno Backhaus

Arno Backhaus
Mitglied im Gründungs- und Leitungsteam der Christusgemeinde am Airport in Calden-Meimbressen, einer neu gegründeten, interkonfessionellen Gemeinde

Das waren noch Zeiten - als Gott Mensch wurde. Heute spielt der Mensch Gott. Aber zum Glück gibt es Jesus nicht im Reagenzglas, sondern nur im Stall, am Kreuz und in den Herzen seiner Menschen.

Auf einer Reise, quasi zwischen Tür und Angel, wird Jesus geboren. Und im Stall hat es begonnen. Das war kein euro-genormter Stall mit artgerechter Tierhaltung, das war eine Höhle in Fels geschlagen, weil es da erträglicher war für Mensch und Tier bei 40 Grad im Schatten.

Der Fresstrog musste als Wiege herhalten, kein Räuchermännchen-Geruch. Stress und die Schwangerschaft, keine Familienidylle. Herodes wollte Jesus umbringen lassen, keine Glühweinstimmung.

Ein Engel erschien dem Joseph und rät zur Flucht, kein trautes Heim, Glück allein. Als den Hirten die Engel erschienen, packte die hartgesottenen Männer Furcht und Zittern, kein spirituelles Glücksgefühl. "Und ihr werdet findet das Kind in Windeln gewickelt…".

Windeln als Erkennungszeichen! Kein roter Teppich, kein Feuerwerk, noch nicht mal ein Posaunenchor! Das war der Start. Kein Palast wie es einem zukünftigen König würdig gewesen wäre. Jesus allein im Stall mit ein paar verwirrten Hirten. Was kann man da schon erwarten?

Das Besondere und Außergewöhnliche daran wird mir deutlich, wenn ich mir klar mache, dass Jesus zum Urheber des Sichtbaren und Unsichtbaren gehört. Wie kann der, bei dem nur ein Gedanke ausreicht, um Materie entstehen zu lassen, seine Uraufführung bei den Menschen so mickrig einführen?!

Man kann doch nicht als Gott so nebenbei zur Welt kommen? Man nicht, aber Gott kann! Das ist doch merkwürdig, des Merkens würdig! Gott will gerade die erreichen, die "nebenbei" geboren werden und "nebenbei" sterben, die keiner erwartet und denen keiner eine Träne hinterher heult.

Die, die sich in ihren Höhlen verkriechen. Die, die sich verlieren in ihrem Schmerz, im Alkohol, im Konsum und auf der Suche nach Anerkennung. Jesus sucht die Verlorenen, und einige lassen sich finden.

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