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Der unerwartete Besucher

Gedanken zum 1. Advent 2012

Bernd Greilich

Bernd Greilich
Jugendreferent und Prediger der Evangelischen Gemeinschaft im Bezirk Hofgeismar

Da steht jemand vor einem Haus. Er hat geklingelt, geklopft, gerufen und zuletzt sogar kleine Steine ans Fenster geworfen. Doch der Bewohner des Hauses hörte nichts davon. Vielleicht hatte der Bewohner die Musik zu laut oder den Staubsauger oder den Fernseher an.

Endlich aber hört der Bewohner des Hauses doch etwas und er öffnet das Fenster im ersten Stock. Er sucht das Dunkle vor dem Haus ab und entdeckt den Besucher, der unten vor seiner Tür steht und ruft: "Mach mir bitte mal die Tür auf!" Das heißt auch: "Lass mal liegen, was dich gerade so sehr beschäftigt. Öffne dich für mich. Ich will zu dir."

Der Wochenspruch für die morgen beginnende Woche lautet: "Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer." (Sacharja 9,9)

Bitte stellen sie sich mal vor, sie wären derjenige, der da aus dem ersten Stock herunterschaut, den Besucher sieht und feststellt: Es ist ein König.

Vielleicht sind sie ja ein Freund der Monarchie und begeistert von Kaisern, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen und würden sofort ihre Haustür öffnen.

Oder sie teilen diese Begeisterung überhaupt nicht, weil sie der Ansicht sind, dass der Adel immer nur an sich denkt, statt sich um die Mehrheit seiner Untertanen zu kümmern. Ein König, der zu mir will? Damit kann ich wenig anfangen.

Doch halt, wie wird dieser König bezeichnet: Ein Gerechter und ein Helfer. Ein gerechter König, der den Menschen hilft. Gibt es das wirklich und nicht nur im Märchen?

Da will einer zu mir. Nicht ich muss um eine Audienz bitten. Dieser König, Gott selbst, bittet bei mir um Einlass. Er klopft bei mir an. Er will zu mir kommen. Er möchte, dass ich das mal liegenlasse, was mich so beschäftigt.

Adventszeit ist die alle Jahre wiederkehrende Chance, Gott zu bemerken. "Siehe" - das ist so eine Art biblisches Ausrufezeichen und kommt in den Weihnachtsgeschichten häufig vor. Denn man kann diesen Besucher leicht übersehen und überhören - gerade in der hektischen Vorweihnachtszeit. Aber mit vielen Christinnen und Christen kann ich beten:

"Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heil´ger Geist uns führ und leit den Weg zur ew´gen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr."

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