Theaterprogramm
Vorhang auf
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Zwischen Theater und Kirche schien lange Zeit ein tiefer Graben zu klaffen. Pastoren wetterten gern gegen die Zügellosigkeit des Theatervolks; und Schauspieler machten sich lustig über die Doppelmoral der Pfaffen. Aber wie das oft ist: Wenn zwei sich so leidenschaftlich streiten, verbirgt sich darin oft eine große Nähe und Verwandtschaft.
Tatsächlich ließ der Gottesdienst in den großen Kirchen des Mittelalters viele Berührungen zwischen Liturgie und Schauspiel zu. Vor allem zu den großen Festen wurden die biblischen Geschichten oft im szenischen Spiel dargestellt, wie wir es heute noch von den Krippenspielen zu Weihnachten kennen.
Erst in den protestantisch geprägten Zeiten nach der Reformation wurde die alte Verbindung von Kirche und Theater aufgekündigt bzw. in die rein musikalische Darstellung hinein aufgelöst.
Heute erleben szenisches Spiel, literarische Lesungen, Märchen- und Filmtheater eine Renaissance in kirchlichen Räumen. In gemeindeinterner Besetzung oder mit eingeladenen Ensembles wird der Vorhang geöffnet für die Welt des darstellenden Spiels. Auch Kindertheater findet zunehmend in Kirchen und Gemeindehäusern einen Aufführungsort.
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