Dekanswort
Schwarzbrot für die Seele
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Wolfgang Heinicke
Dekan im Kirchenkreis Hofgeismar
Sie brauchte nie lange zu überlegen. Die Antwort auf meine Frage war klar. "Soll ich dir etwas mitbringen, wenn ich komme?" fragte ich trotzdem. "Bring mir Schwarzbrot mit!" sagte meine in die Niederlande verzogene Bekannte. Und ich kann sie gut verstehen - im wörtlichen und auch im übertragenen Sinn. Unsere Zähne brauchen etwas zu beißen, dafür sind sie schließlich da. Und unser Körper braucht Nahrungsmittel, die auch dann Energie liefern, wenn der Weg einmal länger oder anstrengender wird.
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Unsere Seele braucht so etwas Ähnliches, sozusagen "Schwarzbrot für die Seele". Angeboten wird uns Anderes: "Du musst nur positiv denken, dann wird alles gut!" oder "Jeder ist seines Glückes Schmied." oder " Kopf hoch, halt die Ohren steif, das wird schon wieder."
Von solchen Sätzen kann keiner leben. Schon gar nicht, wenn das Leben anstrengend wird. Sie helfen nicht, wenn etwas scheitert, wenn Träume zerstört werden. Dann machen sie sogar krank, weil sie uns einreden, wir könnten durch genügend eigene Anstrengung unbeschädigt durchs Leben gehen.
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Dann will ich mich doch lieber an "Schwarzbrot" halten, wie zum Beispiel dieses: "Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?" oder "Ich glaube aber doch, dass ich schauen werde die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen."
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Ich freue mich, wenn Sie in den Gemeinden des Kirchenkreises "Schwarzbrot für die Seele" finden.
Ihr
Wolfgang Heinicke, Dekan

