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Nordhessen



Fest der Lüge?

Gedanken zum Weihnachtsfest

Arno Backhaus

Arno Backhaus
Mitglied im Gründungs- und Leitungsteam der Christusgemeinde am Airport in Calden-Meimbressen, einer neu gegründeten, interkonfessionellen Gemeinde

Weihnachten ist neben dem Friedhof und dem Finanzamt der Bereich, in dem am meisten gelogen wird: wir reden von Jesus, aber meinen unsere gefüllten Kassen; wir singen von Frieden, aber kaufen auf dem Weihnachtsmarkt den Kindern Plastikmaschinengewehre aus Taiwan.

Wir geben unzählige geistliche Weihnachts- und Adventskonzerte, aber meinen mehr unser Kunstverständnis für klassische Musik, als geistliche Inhalte; wir hören begeistert unzähligen schwarzen Gospelgruppen zu, die die frömmsten Texte singen. Wenn die gleichen Texte von Weißen nicht gesungen sondern gesagt würden, würde man solche Leute als Sektierer abstempeln und aus den Kirchen jagen.

Wir erzählen vom Fest der Familie, aber flüchten in den sonnigen Süden, um nicht mit den Eltern und Schwiegereltern zusammen sein zu müssen; wir beten Jesus an, aber meinen eher unsere Gefühle; wir sprechen von der Zeit der Besinnung, aber keine Zeit ist hektischer als diese.

Wir spenden für Hilfsbedürftige, aber befriedigen nur unser schlechtes Gewissen; wir predigen, dass Gott Mensch wurde, unternehmen aber nichts dagegen, dass in keiner Zeit wie dieser so viele unmenschliche DVDs und Computerspiele verkauft werden.

Wird vielleicht deshalb in dieser Zeit soviel Glühwein konsumiert, um das ganze Lügengebäude ertragen zu können? Gott wurde Mensch, gerade in einer Zeit voller Hektik, Intrige, Korruption und Lüge, um uns mitzuteilen, dass er uns trotzdem liebt.

Unvorstellbar, aber wahr. Unglaublich aber wirklich. Unmöglich aber merkwürdig, des Merkens würdig!

Stellen Sie den Weihnachtsjesus ruhig wieder in den Keller oder auf den Boden und lassen Sie ihn dort. Wie wäre es, Sie holten sich den Original-Jesus in ihr Herz, an ihren Schreibtisch, auf Ihre Werkbank, auf den Küchentisch, und das nicht nur zur Weihnachtszeit, nein auch im Winter wenn es schneit und im Frühling wenn alles blüht und Sie denken sie würden alles alleine schaffen können, und im Sommer wenn Sie schwitzen von den Überstunden, und im Herbst wenn nicht nur der Sturm tobt, sondern auch Sie vor Wut und Ärger?

Jesus will ein alltäglicher Gott sein, in unserem Alltag vorkommen, und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

[ Gedanken zum Sonntag - Archiv 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 ]

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