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Die schwersten Wege

Gedanken zum Volkstrauertag 2009

Pfarrerin Ulrike Laakmann

Ulrike Laakmann
Pfarrerin und Studienleiterin am Ev. Predigerseminar Hofgeismar

"Die schwersten Wege werden allein gegangen…", beginnt ein Gedicht von Hilde Domin...."die Enttäuschung, der Verlust, das Opfer sind einsam...Stehenbleiben und sich umdrehen hilft nicht. Es muss gegangen sein...".

Die schwersten Wege sind in diesen trüben Novembertagen für viele Menschen zu gehen - für einige zum wiederholten, für andere zum ersten Mal. Für die einen sind es jährlich wiederkehrende, wichtige Wege zum Mahnmal, Wege mit neuer trauriger Aktualität durch Gewalt, Krieg und kriegsähnlichen Situationen bis heute; für andere schon vertraute Wege zu älteren und neueren Gräbern.

Wieder andere gehen erstmals zum Friedhof, um vor Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag ein Grab fertig zu machen, mit dem sie selbst doch noch gar nicht fertig sind...

Die schwersten Wege werden allein gegangen - und manchmal doch mit anderen. Ein Meer von Blumen und Kerzen, ein beeindruckend großer Trauerzug, Volkstrauertag 2009: die erschreckende Nachricht vom Tod des beliebten Fußballers hat nicht nur in Hannover Betroffenheit und Trauer ausgelöst.

Ratlosigkeit, Ohnmacht und Schmerz hier wie auch andernorts, wo Menschen bei und trotz aller Liebe den Tod nicht verhindern können; schwere Wege, die sich niemand wünscht, die oft niemand wirklich versteht und die niemandem von uns wohl gänzlich erspart werden können.

Und die doch durch die Anzeichen der Anteilnahme anderer etwas leichter werden können: Worte oder Gesten, einen Händedruck, einen Brief, ein stilles Mitgehen - mehr kann und muss es oft gar nicht sein.

Allein und doch nicht allein: geteiltes Leid ist nicht halbes Leid! Aber es kann Kraft für den nächsten Schritt geben, wenn andere mit an die Wege denken.

Die schwersten Wege werden allein gegangen - Christen und Christinnen dürfen darauf vertrauen, dass wir letztlich selbst dann nicht allein sind.

Dass Gott noch mitgeht - und manchmal auf sehr menschlichen Füßen!, wo unsere Wege und wir selbst wirklich am Ende sind: "Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand..." heißt es im Gesangbuch; "...weder Tod noch Leben, nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes" lese ich in der der Bibel.

Mir gibt das Hoffnung und Trost, und um diese Gewissheit bitte ich: für Menschen in Hannover, in Hofgeismar usw. - gerade in diesen Tagen.

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