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Nordhessen



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Hilfe, ein Trauerzug

Gedanken zum 7. Sonntag nach Trinitatis 2009

Pfr. Michael Dorhs

Pfarrer Björn Slenczka
Kirchspiel Hofgeismar-Gesundbrunnen mit Carlsdorf und Schöneberg

In Kassel, bei der Beerdigung des früheren Propstes Wehmeier, musste vor kurzem sogar die Straßenbahn anhalten, um den Trauerzug durchzulassen. Passieren kann einem das aber auch in Carlsdorf, wenn ein Sarg vom Trauerhaus in die Kirche überführt wird. Und zu jeder Bestattung gehört wenigstens der kurze, vom Glockengeläut begleitete Gang zum Grab.

Jeder Trauerzug, und sei es der kurze auf dem Friedhof, kann die Wege von Unbeteiligten kreuzen. Und was dann? Manche versuchen, sich zu verdrücken. Sogar einen beherzten Sprung über ein Grab ins nächste Gebüsch habe ich schon gesehen. Andere wenden sich ab und vertiefen sich in die Grabpflege.

Wie wäre es, sich dem Trauerzug zuzuwenden und innezuhalten, bis er vorbeigezogen ist? Vielleicht mit zusammengelegten Händen. Dann mag auch ein Gebet nicht fern liegen, zum Beispiel das Vaterunser.

Als Mann würde ich den Hut vom Kopf nehmen, wenn ich einen aufhätte. In Gesten wie diesen kommen Anteilnahme und Respekt zum Ausdruck, vor der Trauer und vor dem verstorbenen Menschen.

Und auch mir selbst tut es gut, mir Zeit zu nehmen angesichts der Endlichkeit des Lebens. Damit mir die Kostbarkeit des Lebens bewusst wird. Und ich mich von den Glocken erinnern lasse: Meine Zeit ist in Gottes Ewigkeit geborgen.

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