Umkehr zu einem hoffnungsvollen Leben
Gedanken zum Volkstrauertag 2008
![]()
|
Pfarrer Holger Hermann, Gemeindepfarrer in Espenau-Hohenkirchen
Der November ist der Monat mit den Gedenktagen, die mit Sterben, Tod und der Vorbereitung darauf zusammenhängen.
Dabei ist der Charakter der kirchlichen Feiertage vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens ein hoffnungsvoller. Wir dürfen unsere Verstorbenen der Güte und Liebe Gottes anvertrauen. Sie sind nicht vergessen, denn Sterben heißt für uns Christen nicht, dass alles aus und vorbei ist.
Biblischer Glaube weiß von dem Gott zu erzählen, der Herr ist über Lebende und Tote, dessen Macht an der Grenze des Todes nicht Halt macht, sondern durch den Tod hindurch in ein neues Leben begleitet.
![]()
Aber auch das Gericht Gottes, von dem an den letzten Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres gepredigt wird, will ja nicht Angst machen vor dem Ende, sondern will im Grunde zu Umkehr und Neuanfang aufrufen. Unser Leben muss nicht bis in alle Ewigkeit in denselben Bahnen weiterlaufen.
Das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft soll uns dazu ermutigen, der Gewalt als Mittel der Politik entgegenzutreten und ihre Ursachen an der Wurzel zu beseitigen.
Und der Blick auf das so genannte Jüngste Gericht kann uns den Anstoß geben, von unserem bisherigen Weg umzukehren auf den Weg der Nächstenliebe und der Fürsorge.
![]()
Beides, Umkehr und Neuanfang und der Glaube an den lebendigen Gott hängen untrennbar zusammen. Denn jede wirkliche Umkehr ist wie der Weg durchs Sterben und den Tod hindurch und kann eigentlich nur im Vertrauen darauf gelingen, dass dieser Weg gangbar ist, weil ihn schon jemand beschritten hat: Jesus Christus.
Und im Blick auf Jesus Christus können wir in aller Trauer über Verstorbene und über falsche Wege und verpasste Gelegenheiten in Wahrheit neue Hoffnung gewinnen.
![]()

