Seelisches Gleichgewicht
Gedanken zum 19. Sonntag nach Trinitatis 2008
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Pfarrer i.R. Friedemann Seiler
Gesundheit ist wichtig. "Hauptsache gesund!" sagen wir. Weil davon so vieles Andere abhängt: Appetit, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit. Wenn man Zahnschmerzen hat, Schnupfen oder die Galle revoltiert, fühlt man sich krank. Das betrifft das nicht nur eine Stelle. Es geht einem im Ganzen schlecht.
Wer krank ist, geht zum Arzt. Der verschreibt einem Medikamente. Manchmal tröstet er einen: "Das wird schon wieder!" Oder er gibt einem Ratschläge: "Essen sie weniger! Machen sie Sport! Trinken sie mindestens zwei Liter am Tag!" Wenn man Glück hat, wird man davon gesund und fühlt sich wieder gut.
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Es gibt aber Beschwerden, gegen die gibt's keine Medikamente. Da hilft auch kein Arzt. Liebeskummer zum Beispiel, Sorgen oder Unzufriedenheit. Die können einen genauso fertig machen wie eine Krankheit. Man kann sie nicht weg therapieren. Man kann sie nur aushalten. Und versuchen, trotzdem die Hoffnung zu behalten.
Unser Wochenspruch handelt davon: "Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen" (Jeremia 17,14). In Gott ist alles Hoffnungsvolle, Hilfreiche, Tröstliche versammelt. Wenn wir an ihn denken, verbinden wir uns mit der Quelle des Guten. Wir öffnen uns für seinen Einfluss. Und wir errichten eine Wand gegen das Schlechte.
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Wird man davon gesund? Kann man sich den Besuch beim Arzt sparen? Wahrscheinlich nicht. Aber man erwartet vom Arzt nichts Unmögliches mehr. Er kann uns helfen, gesund zu werden. Er kann unsere Schmerzen lindern. Wenn wir seinen Rat befolgen, fühlen wir uns wahrscheinlich länger wohl, können die krank machenden Ursachen vermeiden.
Im Ganzen heil, zuversichtlich, fröhlich, gelassen kann uns der Arzt nicht machen. Medikamente, die diese Stimmung erzeugen, haben meistens Nebenwirkungen. Mindestens machen sie abhängig. Gott aber will, dass wir unser Leben frei gestalten. Wir sollen unser seelisches Gleichgewicht bewahren, sogar wenn wir krank werden.
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