Wunderbar gemacht
Gedanken zum 11. Sonntag nach Trinitatis 2008
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Wolfgang Heinicke
Dekan im Kirchenkreis Hofgeismar
Lebensbotschaften
Am kommenden Dienstag ist ihr großer Tag: Die Erstklässler kommen in die Schule. Was geben wir ihnen mit - außer der Schultüte und dem immer viel zu großen Ranzen? Was haben wir Erwachsenen ihnen schon mitgegeben? Welchen Proviant, welche Last?
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Ich bin gerade ziemlich vielen erwachsenen Menschen mit schwieriger Last und untauglichem Proviant begegnet, vieles davon schon in der Kindheit eingepackt und aufgedrückt.
Dem einen hat es an nichts gefehlt, nie musste er warten, nie teilen. Alles flog ihm zu, wie die gebratenen Tauben im Schlaraffenland. So durfte er nie erfahren, wie er selbst etwas zum Leben beitragen konnte, dass es erfüllend sein kann, erst nach einer Anstrengung das Ziel zu erreichen. Irgendwie war er übersatt und gleichzeitig unheimlich hungrig.
Einer anderen hatte man die Latte schon in der Grundschule immer ein wenig zu hoch gelegt - die Eltern würden sagen "Das war doch keine Absicht. Wir haben es doch nur gut gemeint." Und sie hat ihre Lektion gelernt: "Ich schaffe es nicht. Wenn ich es schaffen würde, würden mich meine Eltern lieben. Weil ich es aber nicht schaffe, bin ich offenbar nichts".
Beide sind darüber krank geworden - an Seele und Leib.
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Allen Kindern, besonders aber den Schulanfängern und den Neugeborenen, wünsche ich Eltern, die ihnen sagen helfen: "Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele."
Das ist guter Proviant und Wind unter den Flügeln - auch für das Kind im Mann und in der Frau.
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