Sommerzeit - Zeit der Heimat- und Schützenfeste
Gedanken zum 7. Sonntag nach Trinitatis 2008
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Pfr. Hans-Wilhelm Wolff
Pfarrerin im Kirchspiel Deisel-Langenthal
Jetzt werden sie wieder gefeiert, die Schützenfeste. Sorgsam geplant, terminlich genau mit den umgebenden Ortschaften abgestimmt, damit auch jedes Dorf zu seinem eigenen Fest kommt.
Abendlange Vorbereitungssitzungen in den Gremien, aber auch zu Hause: Die grünen Jacken werden entstaubt, die Orden geputzt und geordnet, die Garderobe durchgegangen, damit, wenn das Fest erst einmal läuft, man sich unbeschwerten Festgefühls von der durch das Dorf rollenden "Festwelle" einfach mittragen lassen kann.
Schützenfest - das heißt aber nicht nur drei Tage Feststimmung, sondern auch "zielen" und "treffen".
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"Zielen":
Diese Heimatfeste unserer Dörfer, "zielen" sie nicht darauf, einmal im Jahr das Fest des Leben selbst zu feiern? Denn das Leben ist bei allen anderen Seiten, die es auch noch hat, ein Fest!
Und Gott, der große Liebhaber allen Lebens - sonst hätte er dieses wunderbare Leben ja wohl nicht erschaffen, oder? -, Gott, der Liebhaber allen Lebens und aller echten, im Herzen verankerten Lebendigkeit, er sehnt sich danach und freut sich darüber, wenn wir Menschen unser Leben als ein Fest begreifen und als lebendiges Fest leben.
Das Fest des Lebens, zu dem Gott uns eingeladen hat, endet auch nicht nach drei Tagen mit dem Frühschoppen; auch nicht womöglich mit einem schwerem Kopf oder mit dem Ausschießen des neuen Königs.
Denn Gott zielt auf unser "Herz", dass es wach und lebendig werde, dass die Freude an Gottes großem Geschenk des Lebens uns begleite durch das ganze Leben hindurch und wir diese Freude leben und weitergeben ..... auch durch das Feiern und Organisieren solcher Feste.
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"Treffen:"
Die Schützenfeste, sie sind aber auch jedes mal wieder "der" Ort der Begegnung: Nicht nur dass längst Weggezogene zum Schützenfest wieder in ihren alten Heimatort zurückkehren, um die einmal wieder zu sehen und zu treffen, mit denen man groß geworden ist, sondern man trifft dort jeden ....., auch den, dem man vielleicht nie so ganz grün war.
Ob es gelingt, vielleicht ein paar vorsichtige Schritte aufeinander zu zu gehen? Es ist doch auch ein Mensch wie ich, der einfach nur das Fest, das das Leben ist, feiern will.
Viele unserer Probleme hängen ja einfach nur daran, dass wir so sture Adler sind, die zu stolz sind, sich aufeinander zu zu bewegen. Könnte ein solch neuer Schritt nicht ein dem Fest angemessenes Stück neuen Lebens sein, das über den Tag hinausweist?
Denn wenn Gott in seiner lebenschaffenden Freude auf unser Herz zielt, und es bewegt sich einfach nichts, dann liegt es nicht unbedingt daran, dass er schlecht zielt, sondern vielleicht ja auch daran, dass wir oft so sture Adler sind, die sich einfach nicht bewegen wollen, obwohl sie ganz genau getroffen worden sind.
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Doch geht es Gott auch nicht darum, uns zum Fallen zu bringen, sondern um das ganze Gegenteil: dass das Leben Flügel bekommt, und - jenseits eines nur sturen, unbeweglichen Adlertums (man kann übrigens auch "stur" feiern!) - Geist, Herz und Sinne zu der Lebendigkeit finden, für die der Schöpfer und Liebhaber allen Lebens uns doch eigentlich bestimmt hat.
Und wenn die Herzen dann weit werden über der Schönheit eines lebendigen und gelungenen Festes und die Menschen glücklich und beflügelt wieder in ihren Alltag gehen, dann hat so ein Schützenfest wirklich sein Ziel erreicht.
Mögen so die Schützenfeste dieser Sommertage fröhliche und herzerquickende Feste und Feiern werden, an die man sich noch lange gern erinnert.
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