Das kommt in den besten Familien vor
Gedanken zu Pfingsten 2008
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Wolfgang Heinicke
Dekan im Kirchenkreis Hofgeismar
Zum Muttertag ...
Richtig heftig war er geworden. "Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?", warf er seiner Mutter an den Kopf.
Die hatte eigentlich gar nichts besonderes getan, lediglich ihren erwachsenen Sohn darauf hingewiesen: "Die Verwandtschaft hat ein Problem. Und du könntest da gut helfen."
Manchmal reichen solche kleinen Anlässe für den großen Familienkrach. Manchmal sogar dafür, dass Söhne und Väter, Töchter und Mütter sich dauerhaft "ent-zweien", dass aus einer guten Zweierbeziehung zwei vereinzelte Parteien werden.
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Vermutlich muss ein Teil davon sogar sein: Der eine braucht den Schubs aus dem elterlichen Nest, um endlich selbst zu fliegen; die andere muss sich losreißen, um von der Fürsorge nicht erdrückt zu werden.
Schade nur, wenn es dabei bleibt. Wie viele verschenkte Möglichkeiten, wenn Erwachsene sich gegenüber den alten Eltern wie Pubertierende benehmen, wenn die Alten immer noch genau zu wissen meinen, was gut für die Jungen ist.
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Als es ans Sterben geht, sein eigenes, da reagiert der junge Mann vom Anfang - Jesus von Nazareth- ganz anders. Seine Mutter ist bei ihm und sein Freund. Und er kann zu ihr sagen: "Er soll jetzt dein Sohn sein." Und den Freund kann er bitten: "Lass sie deine Mutter sein und kümmere dich um sie."
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Den kleinen und noch mehr den großen Kindern, den jungen und noch mehr den alten Eltern wünsche ich einen guten Muttertag, denn: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden."
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