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Nordhessen



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Wär nicht ein Gott der milde mit uns allen

Gedanken zu Karfreitag und Ostern

Pfarrerin Anke Trömper-Dorhs

Pfarrerin Elke Herich-Schrader
Gemeindepfarrerin und Klinikseelsorgerin in Vernawahlshausen

"In diesem Jahr vergeht die Zeit so schnell, sogar noch schneller als sonst", so denken Sie vielleicht. "Kaum ist Weihnachten gefeiert, soll ich mich schon wieder auf Ostern einstellen". In jedem Jahr wird das Osterfest am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr gefeiert. Deshalb liegt der Termin in diesem Jahr bereits am 23. März, dem frühesten Termin, der möglich ist.

Ostern ist ein schönes Fest zu Beginn des Frühjahres, Fest der Auferstehung und des neuen Lebens. Gleichzeitig ist Ostern aber auch ein schwieriges Fest. Die Botschaft, dass Jesus gekreuzigt und gestorben ist, nach drei Tagen aber vom Tod auferweckt wurde und lebt ist schwer verständlich.

Auch wenn jedes Jahr im Frühjahr in der Natur das Wiedererwachen des Lebens sichtbar wird - die Übertragung auf das menschliche Leben will so recht nicht gelingen. Ganz zu schweigen von der christlichen Hoffnung, dass ich am Ende meines irdischen Lebens bei Gott weiterleben werde.

Vielleicht hat sich gerade an der Osterbotschaft viel theologischer Eifer entzündet, der Wunsch, dieses Zentrum des christlichen Glaubens möglichst umfassend auszudrücken und zu deuten. Denn schließlich entscheidet das Ostergeschehen darüber, "wo ich im Leben und im Sterben geborgen bin" - nicht mehr und nicht weniger!

Und dennoch ist es gerade für Theologinnen und Theologen gut, einmal Menschen zu Wort kommen zu lassen, die ihren Glauben ganz ungewohnt und erfrischend beschreiben.

Der verstorbene Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch konnte in einzigartiger Weise seinen Glauben zur Sprache bringen. Liebevoll hat er die menschliche Vergänglichkeit und die lebenslange Aufgabe des Menschen auf den Punkt gebracht:

"Es ist dem Menschen beigegeben
Ein kleines Stück von einem großen Leben
Das sich vollzieht ohn' Unterschied
Ob Bettler oder hohes Tier,
von einer Handvoll Erde sind wir alle hier...
Es hat der Mensch zu kommen und zu gehen
Dieses ist ausgemacht von Anfang an
- mit Hochmut ist nicht viel getan Es ist dem Menschen aufgegeben
mit Güte Gutes zu erstreben
Ohn' Unterlass
Auch soll er das was nötig ist zum Leben mit allen teilen
Und aller Kreatur zur Hilfe eilen...
Es wird dem Menschen nachgegeben
Wenn er bereut und ändert sein bisherig' Leben...
Doch größer wär des Menschen Not
Wär nicht ein Gott der milde mit uns allen". (H. D. Hüsch)

Ein Gott, der mild mit uns allen umgeht - in diesem einen Satz drückt Hanns-Dieter Hüsch für mich die gesamte Botschaft von Karfreitag und Ostern aus: Gott tritt immer wieder für uns Menschen ein, voller Liebe, egal, ob alle guten Vorsätze, Aufgaben und Ziele erreicht sind oder nicht.

Um dies vorzuleben, hat Jesus auf dieser Welt gelebt; dafür ist er eingetreten und gestorben. Der liebende Gott, er rief Jesus ins Leben zurück und so lässt er uns auch leben, jeden Tag, neu, überraschend. Eine Botschaft, die leben lässt, nicht nur zu Ostern.

So wünsche ich Ihnen ein belebendes und frohmachendes Osterfest im Glauben an den Gott, der jeden Tag das Leben schenkt.

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