Selbstklebend
Gedanken zum Sonntag Jubilate 2008
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Hans Martin Wirth, Diakoniepfarrer in den Kirchenkreisen Hofgeismar und Wolfhagen
Vier große weiße Kerzen waren es für die Sonntage und kleine rote für die Werktage. Nacheinander angezündet auf dem Adventskranz sollten sie den "verwahrlosten und schwererziehbaren" Jungen die erwartungsvolle Zeit vor Weihnachten 1833 verkürzen helfen.
Johann Hinrich Wichern, dessen 200. Geburtstag wir in diesen Tagen erinnern, zündete diese Hoffnungslichter für die Straßenjungen an, denen er im "Rauhen Haus" in Hamburg ein neues Zuhause bot.
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Er war aus tiefstem Herzen überzeugt, dass die Liebe Gottes gegenüber den Menschen nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit tatkräftigem Handeln verkündigt werden sollte. So setzte er sich mit Herzen, Mund und Händen für die in Not geratenen Menschen seiner Zeit ein.
Er forderte seine Kirche auf, sich der sozialen Notlage breiter Schichten der Bevölkerung anzunehmen und politisch Einfluss zu nehmen zur Überwindung von Armut, Ungerechtigkeit und Ausgrenzung.
Mit seiner Initiative wurde er zum Begründer der modernen Diakonie, woran auch die neueste deutsche Sonderbriefmarke erinnert. Sie ist selbstredend und selbstklebend - also wie Diakonie sein sollte. Denn in einer Zeit, in der bei uns Armut und Ausgrenzung wieder zunimmt, sind wir herausgefordert, Zeichen der Hoffnung und Gerechtigkeit zu leben.
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Zwar ist die Zeit des Adventskranzes längst vorbei. Aber die fünfte große weiße Kerze brennt, die Osterkerze. Sie sagt uns: Seid gewiss, dass euch nichts scheiden kann von der Liebe Gottes in Jesus Christus, weder Tod noch Leben, weder Mächtige noch Banken, weder üble Nachrede noch falsche Versprechungen, weder das Bangen der Seele oder Zittern des Körpers noch irgend ein anderes Übel oder Leid.
Daher fasst Hoffnung und geht den Weg der Liebe, Gerechtigkeit und des Teilens mit Herzen, Mund und Händen.
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