Was bleibt?
Gedanken zum Ewigkeitssonntag 2008
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Pfarrer Dr. Michael Dorhs
Studienleiter am Ev. Predigerseminar in Hofgeismar
Eine Kommode, die niemand wollte, Kleinteile aus dem Haushalt, Bettvorleger, Geschirr, eine Stehlampe - vor meinem inneren Auge sehe ich noch immer den vollen Container vor dem leeren Haus meiner Mutter stehen.
Vieles aus ihrem Haushalt fand nach ihrem Tod einen neuen Platz bei Kindern, Enkeln und Freunden. Aber es blieben auch Dinge zurück, die niemand mehr brauchte, die ohne sie bedeutungslos geworden waren.
Wie wird das sein, wenn ich eines Tages nicht mehr lebe? Was passiert dann mit dem, was mir wertvoll ist, was zu mir gehört? Meine Bücher, meine Fotos, mein Wein? Mitnehmen werde ich nichts können, auch nicht die Menschen, die mein Leben jeden Tag reich machen. Wird etwas bleiben von mir? Ich hoffe darauf, aber ich weiß es nicht.
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"Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so empfangen wir eine Wohnung von Gott, ein ewiges Haus im Himmel, das nicht von Menschenhand errichtet ist. Jetzt seufzen wir noch. Wir sehnen uns danach, das himmlische Haus wie ein Kleid anzuziehen. Denn erst dann werden wir nicht mehr nackt, sondern wirklich bekleidet sein." (2. Korinther 5).
Auch Paulus wusste nicht, was nach dem Tod kommt. Und trotzdem reichte seine Hoffnung klar über diese Grenze hinaus. Ob die Zukunft bei Gott wirklich so sein wird, wie Paulus sie uns in Bildern ausmalt? Das weiß niemand.
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Auch wenn es inzwischen manche Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod gibt, zurück gekommen ist noch keiner, der unsere Zweifel und Ängste zerstreuen könnte. Christinnen und Christen sind sehr bescheiden, wenn sie von ihrer Hoffnung angesichts des Sterben-Müssens reden. "Diese Hütte wird abgebrochen", sagt Paulus sehr realistisch. Und nackt gehen wir aus dieser Welt.
Das, was dann kommt, das muss uns von Gott geschenkt werden. Wie im Leben, so bin ich auch im Sterben darauf angewiesen, dass er mir die Treue hält. Ich vertraue darauf, dass ich bei Gott für immer meinen Platz habe. Dass das, was mich bei Lebzeiten als Menschen ausgemacht hat, bei ihm aufbewahrt bleibt.
Geborgenheit wird dieses neue Haus auszeichnen, Helligkeit, Weite und Geselligkeit. Das alles weiß ich nicht. Aber ich hoffe darauf.
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