Hatte Noah Flöhe?
Gedanken zum Erntedankfest 2008
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Nicola Watschong
Lektorin im Ev. Gesamtverband Oberweser
Beim Blick auf die leuchtend roten Äpfel im Garten, übrigens fünf verschiedene gepfropfte Sorten auf einem Stamm, ist es wieder da, das Gefühl großer Dankbarkeit und Demut für die weise Einrichtung der Schöpfung und Gottes Versprechen an Noah "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte ...".
Dann schweifen die Gedanken zu den schwierigen Fragen, die meine Kinder mir damals stellten: "Hat Noah eigentlich auch Flöhe und Läuse gerettet? Woher wusste Noah, dass er wirklich je ein Männchen und ein Weibchen in die Arche brachte, z.B. bei den Ameisen? Und hat er gar daran gedacht, Samen von den vielen Millionen verschiedenen Pflanzen mitzunehmen für die neue Welt?"
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Heute ist Biodiversität zumindest sprichwörtlich in vieler Munde, auch die EU-Konferenzen kommen um das Thema aussterbender Pflanzenvielfalt nicht mehr herum. Und das betrifft nicht nur die "wilde" Flora, sondern ebenso unsere Hausgärten. Wer sein Saatgut im Supermarkt kauft, bekommt nur den Einheitsbrei, denn große Saatgutkonzerne diktieren.
Gleichzeitig werden die Möglichkeiten der Genmanipulation bis an die Grenze des Machbaren ausgeschöpft. Manche denken vielleicht: "Wie praktisch - wenn irgendwas verloren geht, können wir es ganz einfach selber neu und besser machen."
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Andere spüren instinktiv, dass wir die von Gott geschaffene Weltordnung nicht ohne Nebenwirkungen und Risiken nachmachen können. Gott lässt sich kein X für ein U vormachen.
Es ist eine große Herausforderung unserer Zeit, so wie Noah die verschiedensten Tier - und Pflanzenarten dieser Welt zu bewahren, ohne sie als unser Eigentum zu betrachten. Sie sind nicht von Menschen erfunden (noch nicht) und sie wachsen und gedeihen nicht nur durch unser Zutun, sondern vor allem durch Gottes Sehnsucht nach Leben.
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Biodiversität kann aber auch wortwörtlich in vieler Munde sein. Es gibt private Initiativen, alternative Saatgutfirmen und kreative Kleingärtner, die Altes neu erblühen lassen und ihre Gärten so vielfarbig bestellen wie einen Regenbogen.
Wo gelbe Möhren, weiße Bete, violette Gartenmelde, blaue Kapuzinererbsen, gelb-grüne Zebratomaten, roter Malabarspinat oder weiße Kerbelrübe wachsen, ist das Leben nicht nur bunter, es schmeckt auch interessanter. Gott sei Dank!
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Info-Link: Verein zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt (VEN)
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