Die Welt: eine Bude
Gedanken zum 4. Advent 2008
![]()
|
Pfarrer Lars Hillebold
Gemeindepfarrer in Oedelsheim und Gottstreu
Im Advent bauen wir am Modell einer großen Idee. Hier und an anderen Orten. Es geht um eine Vision, um eine Utopie. Adventsmärkte und ihre Buden.
Diese hölzernen Bauten sind die Generalprobe für ein besseres Leben, für eine neue Zukunft in Dörfern und Städten. Buden, aus denen der Glühwein dampft. Düfte von Waffeln, Zuckerwatte und Lebkuchen ziehen in die Mitte eines Ortes ein.
![]()
Buden sind ein Eins-zu-eins-Modell unserer wahren Sehnsüchte. Menschen wollen keine Hochhäuser. Auch nicht wirklich alle wollen hoch hinaus. Menschen wollen Buden, die mit Tannenzweigen bekränzt sind. Häuser, gerade so groß genug, dass man dem Verkäufer die Hand reichen kann.
Budengassen, eng, ja so, dass wir nicht mit ausgestreckten Armen hindurch laufen können. Sondern uns berühren. Sich begegnen von Mensch zu Mensch.
Menschen wollen den menschlichen Maßstab. Warmes Licht und sanfte Lieder. Wir wollen Fachwerk mitten im Leben. Keine Türme in den Himmel. Wir wollen Leben. Ein beschauliches Leben, wo der Schnee unter den Stiefeln knarzt und meine Spuren nicht verwehen.
![]()
Die Welt ist eine Bude. Es tut mir gut. Ich bin daheim - am Heiligen Abend. Endlich daheim angekommen.
Der Menschensohn ist in meinem Leben eingezogen. Jesus Christus. Es schmeckt nach Kraft und riecht nach Herrlichkeit. Segen macht sich breit. Gott ist wieder einmal angekommen.
Die Welt ist nur eine Bude.
Wie schön ist das und wie befreiend.
Gesegnete Weihnacht!
![]()
[ Gedanken zum Sonntag - Archiv 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 ]

