Auf andere angewiesen
Gedanken zum 21. Sonntag nach Trinitatis 2007
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Wolfgang Heinicke
Dekan im Kirchenkreis Hofgeismar
Über das Altwerden
Altwerden ist manchmal schwer. Das Anziehen klappt nicht mehr allein, und das Gehen fällt ebenfalls nicht leicht. Das macht ehemals selbstbewusste und selbstständige Menschen wieder abhängig.
"Als du jünger warst, hast du dich selber gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest", sagt Jesus zu Petrus. "Wenn du aber älter wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst."
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Für die meisten von uns ist schon das Erste nicht leicht: Dass wir früher so selbstverständliche Dinge nicht mehr ohne Hilfe anderer können. Da steht der alte Mann, der früher Kraft hatte wie ein Baum, zitternd vor Schwäche; und die junge Frau vom Pflegedienst muss ihm die Hosen hochziehen.
Noch schwerer als dies ist wohl das "Und führen, wohin du nicht willst." Notwendigerweise (!) müssen manchmal Entscheidungen getroffen werden, die unserem älter gewordenen und manchmal auch verwirrten Willen widersprechen. Umso wichtiger ist es, dass so etwas mit größtem Respekt und mit aller Sorgfalt geschieht und dass die Betreuer sich konsequent an den Interessen des Betreuten ausrichten.
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Der Betreuungsverein Hofgeismar hat am vergangenen Donnerstag sein 10jähriges Bestehen begangen. Dort finden Angehörige Rat und Unterstützung, die eine Betreuung im rechtlichen Sinn übernommen haben. Dort können sich älter werdende Menschen beraten lassen.
So ist dieser kleine Verein auch eine Hilfe, dass wir als die mittlere Generation das vierte Gebot befolgen können: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden."
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