Zufallsbilder - Landschaften im Kirchenkreis Hofgeismar

 

Ihre Kirche in
Nordhessen



Gefühlte Einheit?

Gedanken zum 18. Sonntag nach Trinitatis 2007

Pfr. Michael Dorhs

Pfarrer Dr. Michael Dorhs
Studienleiter am Ev. Predigerseminar in Hofgeismar

3. Oktober

Feuerwerk, Bälle und Tanzmusik in allen Gemeinden des Landes, ausgelassene Menschen in Feierlaune - es ist mal wieder soweit. Alle Jahre wieder wird der Nationalfeiertag als fröhliches Volksfest gefeiert… aber in Frankreich wohlgemerkt, nicht in Deutschland!

Im Vergleich zum 14. Juli fällt unser 3. Oktober mager aus. Schulfrei gibt es auch hier, aber dann hören die Ähnlichkeiten schon auf. War "Kaiser's Geburtstag" in Deutschland noch ein vertrauter Begriff für mehrere Generationen, weiß heutzutage jeder fünfte Deutsche gar nicht erst, warum der 3. Oktober ein Feiertag ist.

Zu einer Herzenssache ist die deutsche Einheit für die meisten Menschen in unserem Land ganz offenbar nicht geworden. Mag sein, dass manche Mauer in den Köpfen nach sechzehn Jahren hier und da noch existiert. Aber die wirklichen Grenzen und Brüche verlaufen in unserem Land inzwischen längst woanders.

Etwa zwischen Menschen, die gut für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen können, und solchen, die sich durch "Hartz IV" nur noch mit einem Minimum begnügen müssen. Immer mehr Kinder leben in unserer reichen Bundesrepublik von Sozialhilfe. Und immer weniger Kranke werden sich in Zukunft eine hochwertige Gesundheitsversorgung noch leisten können.

Wo die soziale Schere immer weiter auseinander geht, da will es mit der "gefühlten Einheit" in Deutschland nicht so recht klappen. Kein Wunder, denn nationale Einheit ist mehr als ein wieder vereintes Staatsgebiet.

In Frankreich speist sich der Stolz der Franzosen auf ihr Land aus ihrer republikanischen Staatsordnung, die sich bestimmten Werten verpflichtet weiß: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das mag altmodisch klingen und weltfremd. Und doch macht es offenbar gerade diese soziale Selbstverpflichtung des französischen Staates seinen Bürgerinnen und Bürgern leichter, einmal im Jahr ihre nationale Einheit auch richtig zu feiern.

Die Bibel weiß, dass ein Staat, der soziale Werte gering schätzt, keine Zukunft hat. Dass es nur die Gerechtigkeit ist, die ein Volk erhöht (Sprüche 14, 34), d.h. eine Politik, die den Schwächeren gibt, statt ihnen das Wenige, das sie haben, auch noch zu nehmen; ein Bildungssystem, das sozialer Auslese keinen Raum mehr lässt; eine Wirtschaftsordnung, die notwendige Strukturreformen mit sozialem Augenmaß gestaltet.

Der "gefühlten Einheit" unserer Nation täte eine so verstandene Gerechtigkeit gut. Und in Gottes Sinne wäre sie auch.

[ Gedanken zum Sonntag - Archiv 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 ]

Ekkh-Aktuell

Jahresüberblick »»

Kinderevent - Teamer gesucht
Wir machen drei Tages-Events im Oktober ... an drei verschiedenen Orten ... immer neue Kinder ... immer neues Programm ... das Thema sucht ihr aus ... Bitte melden bis 1. September! Anmeldung (PDF)

Diakonisches Werk
Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung
- Termine und Links zum Thema (PDF)
- Förderprojekte
- Berliner Erklärung

Kultur-Aktuell

Jahresüberblick »»

10.9.10 20.00 Uhr
Lippoldsberg
- Klosterkirche -
Konzert mit dem Wratislavia Kammerorchester - Werke: Die Vier Jahreszeiten von A. Vivaldi, Don Quichotte u.a.

11.9.10 16.00 Uhr
Wilhelmshausen
- Marienbasilika -
Konzert anlässlich 40 Jahre Fuldatal in der Marienbasilika Wilhelmshausen

12.9.10 18.00 Uhr
Wilhelmshausen
- Marienbasilika -
Kleine Orgelmusik im Rahmen der "Orgelwanderung der Mündener Kirchenmusiker" und des Tags des offenen Denkmals

ekkh.de © 2010 | oben
 

Impressum | Datenschutzerklärung | Webmaster