Zufallsbilder - Landschaften im Kirchenkreis Hofgeismar

 

Ihre Kirche in
Nordhessen



EKKW + EKD

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

Gedanken zum 15. Sonntag nach Trinitatis 2007

Pfarrer Frank Himmelmann

Frank Himmelmann
Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Calden

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)

Es wäre doch schon etwas, liebe Leserinnen und Leser, wenn der Mensch in der Lage wäre, zumindest sein eigenes Wort zu halten. Aber das ist offenbar schwer, zu schwer, als dass man sich nach nur kurzer Zeit daran erinnern könnte, dass man dies oder jenes einmal gesagt haben soll.

Und das im Großen wie im Kleinen: Was ist nun z.B. mit den ganzen Wahlversprechen? Werden die alle auf dem Altar des Machterhalts geopfert? Was gilt es noch, wenn heute jemand sagt "Bis dass der Tod euch scheidet?" Macht das nicht viel eher der Richter? Und was ist mit dem Besuch, der schon lange angekündigt und noch immer nicht gekommen ist? Sicher könnten Sie die Liste noch um weitere "gebrochene Worte" ergänzen.

Jedem und jeder von uns ist es schon geschehen, dass ein uns einmal gegebenes Versprechen nicht gehalten wurde oder dessen Einlösung zu lange auf sich warten ließ. Das ist im besten Fall ärgerlich und es ist fatal, wenn ich mich um mein Vertrauen betrogen fühle.

Aber Hand aufs Herz: Ist es Ihnen nicht auch schon selbst so gegangen, dass Sie, trotz bester Absichten, diese nicht in die Tat umsetzen konnten? Sicher, wer nicht in diesem einen Moment sagen kann "Bis dass der Tod uns scheidet", der sollte es besser gleich sein lassen. Aber trotzdem kann es passieren, dass man sich auseinander lebt und dass es dann, um des Menschen willen, besser ist, das gegebene Wort aufzulösen, als bis zum bitteren Ende in Unglück und Streit zu leben.

Und es ist richtig, dass man im Wahlkampf sagt, man möchte, sofern der Wähler so entscheidet, es so oder so machen. Aber wenn der dann eine andere Wahl trifft, dann ist es doch um des Menschen willen besser, nach Kompromissen zu suchen, als durch unverrückbare Prinzipien einen ewigen Stillstand heraufzubeschwören.

Und, na klar, Besuch zu bekommen, ist eine besonders schöne Form der Wertschätzung. Aber vielleicht hat der, der mich da besuchen wollte, sich schlicht überschätzt in seinen Möglichkeiten und braucht um des Menschen willen auch Zeit, zu sich selbst zu kommen.

Viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, werden zu jedem dieser Gedanken ein Gegenargument haben und wir könnten trefflich darüber streiten, wie viel Wert ein Wort hat und ob richtig ist, es zu halten oder ob es tatsächlich Situationen geben kann, wo es gebrochen werden darf.

Ich weiß nicht, ob ich in jedem Fall recht hätte, aber ich weiß, dass mir gesagt ist, was gut ist und was Gott von mir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor meinem/deinem Gott.

Und das heißt, weil Gott kein Egoist ist, sondern der Mensch das Ziel seines Handelns, darum steht es auch mir nicht zu, meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zum alleinigen Maßstab meines Denkens zu machen.

Vielmehr gilt, dass ich in all meinen Entscheidungen immer auch die Wünsche und Bedürfnisse meines Nächsten im Blick und die Liebe zu ihm Richtschnur meines Handelns sein lasse. Das geht manchmal nicht ohne schmerzlichen Verzicht, aber um des Menschen willen tut dieser manchmal not.

[ Archiv 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 ]

Ekkh-Aktuell

Jahresüberblick »»

12.02.12 19.30 Uhr
Calden-Meimbressen
Christusgemeinde
am Airport
"Und was, wenn ich mitkomme?!" Zu zweit auf dem Jakobsweg mit Eva & Pit Prawitt im Rahmen der Woche für Ehepaare
Eintritt 6 € incl. Begrüßungsgetränk Kartenreservierung bei Marion Glöckner 05677-1331

Kultur-Aktuell

Jahresüberblick »»

ekkh.de © 2012 | oben
 

Impressum | Datenschutzerklärung | Webmaster