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Vom Fallenlassen und Geborgensein

Gedanken zum 7. Sonntag nach Trinitatis 2007

Pfarrer Detlef Küllmer

Detlef Küllmer
Pfarrer in Westuffeln

Endlich Ferien! Endlich die ersehnte Auszeit!

Aber gelingt es Ihnen, so einfach abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen? Ich merke, wie oft Menschen angespannt in die Ferien gehen. Ja, es fällt schwer abzuschalten, abzuspannen, sich einfach jetzt fallen zu lassen.

So wäre es schön: Einfach loslassen, abschalten, Atem holen. Aber da klingt noch so viel in den Ohren nach: das Schellen des Telefons, Stress an der Arbeit, Ärger mit dem Chef, lärmende Kinder, Aufregung mit den Nachbarn - es ist einfach zu viel.

Einfach fallen lassen … wie in einen weichen, bequemen Sessel - aber so viel ist noch da ... und Sie mussten funktionieren - bis zuletzt. Fallen lassen - wie denn? Wenn Sie sich fallen lasse, wohin fallen Sie? Wer fängt Sie, wenn Sie fallen?

Mir fällt zum Thema "Fallen" ein Lied ein:

"Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand,
die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.

Wir sind von Gott umgeben, auch hier in Raum und Zeit,
und werden sein und leben in Gott in Ewigkeit."

Hört sich ganz schön an ... du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand,aber wo ist denn gerade die Hand Gottes, wenn ich sie brauche?

Einige sagen: "Ich bin gar nicht bereit, mich fallen zu lassen, ich fange lieber als mich fallen zu lassen, ich habe viel zu viel Angst, dass "man" mich fallen lässt … bei der Arbeit, im Verein, auch in der Familie. Wenn ich fange, dann weiß ich, dass darauf Verlass ist."

Wie beneide ich da manchmal die Kinder in unseren Kindergruppen, in unserem Kindergarten, die können sich noch so schön fallen lassen, wenn sie miteinander spielen, sie lassen sich in unsere Arme fallen - voller Vertrauen, dass sie gefangen werden.

"Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand ..." Naja, Gott bin ich ja nun mal nicht, wenn ich fange. Aber das, was der Vers aus dem Lied meint, ist hilfreich. Er könnte mir für eine Auszeit wichtig werden.

Nicht tiefer fallen - als nur in Gottes Hand. Geborgen und behütet in Gottes Hand - was für ein schöner Gedanke. Zeit zum Luftholen, Zeit behütet für mich, meine Familie, meine Freunde. Und dann wenn es zurückgeht in den Alltag getragen zu sein von der Gewissheit:

Ich bleib geborgen und behütet in Gottes Hand - egal, was passiert,
ich bleib geborgen in allen Infragestellungen, die mir täglich begegnen,
geborgen in aller Kritik, die es täglich wieder gibt,
geborgen, um aus der Sicherheit der Geborgenheit Neues zu wagen.

Fallen lassen ... und wenn ich es doch einmal wage?

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