Johannisfest
Gedanken zum 3. Sonntag nach Trinitatis 2007
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Reinhard Runzheimer
Gemeindepfarrer in Immenhausen und Mariendorf
Erinnerungen an einen unbequemen Mahner
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird vielerorts die Johannisnacht gefeiert. Meist werden große Feuer angezündet, die das Licht des Tages bis in die Nacht hinein verlängern sollen. Jetzt sind die Tage am längsten, und die Riten helfen uns dabei, diese Zeit als etwas Besonderes zu erleben.
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Die kirchliche Tradition dieses Sonntags erinnert an Johannes den Täufer. Deswegen werden die angezündeten Feuer auch Johannisfeuer genannt. An ihren Namensgeber denken dabei nur wenige. Zu unbequem erscheint er vielen.
Schon in der Bibel bleibt er merkwürdig fremd. Denn wo andere um den heißen Brei herumredeten, sprach er Klartext. Er erinnerte an die Schuld seiner Mitmenschen und rief sie auf, Buße zu tun, also umzukehren. Das heißt, ihm reichte ein Lippenbekenntnis nicht aus. Er musste sterben, weil er selbst dem König gegenüber Schuld und Unrecht beim Namen nannte. Wie es dazu kam, kann man in Markus 6 nachlesen.
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Er forderte die Umkehrung des gesamten Lebens, und als Zeichen dafür taufte er diejenigen, die das ernsthaft vorhatten. Das klingt nach Mühe und Arbeit, und so war es auch. Gleichwohl fanden viele Menschen ihren Weg zu ihm, denn mit seiner radikalen Forderung nach Umkehr bot er ihnen zugleich auch eine Chance, ihre krummen Lebenswege wieder gerade zu kriegen.
Dadurch war er nicht nur Mahner, sondern er wurde für sie ein glaubwürdiger Zeuge für die Möglichkeit, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Eine Richtung hin zu Gott.
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Wenn ich das aufstrebende Licht der Johannisfeuer betrachte, dann erinnert es mich immer wieder an Johannes den Täufer und wie er dem Leben eine neue Richtung gab.
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