Alles Alltag?
Gedanken zum Sonntag Septuagesimae 2007
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Frank Himmelmann
Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Calden
Können Sie sich noch an die Weihnachtstage erinnern? Nach einer alten Tradition hatte man die Weihnachtszeit bis zum 2. Februar, dem Fest "Mariä Lichtmess", dem Tag der sog. Darstellung Jesu im Tempel gerechnet.
Solange stand der Baum und solange man ihn auch noch selber schlug, er also nicht schon monatelang vor Weihnachten abgeholzt wurde, hielt er es auch während dieser gesamten Zeit in der guten - und meist kalten - Stube aus.
Heutzutage ist es das Epiphaniasfest, der Tag der Heiligen Drei Könige, und mit ihm das Ende der Ferien oder spätestens die Sammelaktion der Jugendfeuerwehr, die dem Weihnachtsbaum und damit dem Fest ein Ende bereitet.
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Der Alltagstrott hat uns wieder: die Sorge über das unnatürliche Klima, Halbjahreszeugnis, Steuererklärung - das neue Jahr will geplant und organisiert sein und das braucht nun unsere ganze Aufmerksamkeit. Ist da überhaupt noch Zeit, an Weihnachten zu denken?
Die Engel sind wieder im Himmel, die Hirten auf ihre Felder zurückgekehrt und ganz unbemerkt und unspektakulär wird in der Bibel vom Fortgang der Lebensgeschichte Jesu berichtet. Sicher, Weihnachten und Ostern sind uns noch einigermaßen als christliche "Hochfeste" im Bewusstsein, aber dazwischen gibt es auch noch eine Zeit, in der der Mensch gewordene Gott, also Jesus, nicht bedeutungslos geworden ist.
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Wie es das jüdische Gesetz verlangt, wird Jesus als erstgeborener Sohn in den Tempel gebracht, um ihn Gott "darzustellen" und "zu heiligen". Und hier schon geschieht das erste Wunder: der alte Simeon wartete auf sein Ende, aber er sollte nicht sterben dürfen, ehe er denn "den Christus des Herrn gesehen" habe. Im Tempel trifft Simeon auf Jesus, nimmt das Kind auf den Arm und erkennt in ihm den Heiland: "Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde."
Sie wunderten sich? Haben sogar seine Eltern vergessen, was da vor kurzem in Bethlehem geschehen war? Sind sie auch schon wieder so sehr vom Alltag gefangen, dass sie erst ein Wunder an Weihnachten erinnert? Es wird nicht bei dem einen bleiben. Sie werden sich noch wundern, wie dieses Kind das Denken und Handeln der Menschen verändert - zumindest für lange Zeit.
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Ist das eine heute vergangene Zeit? Können oder wollen wir uns nicht mehr wundern oder ist das, was der Glaube mit Menschen anrichtet, nicht mehr spektakulär genug, um uns von unseren alltäglichen Geschäften abzulenken?
Bei uns in Calden leuchtet der Weihnachtsstern noch. Mag sein, dass sich der eine oder die andere darüber wundert, aber vielleicht ist es dieses schlichte Zeichen, das letztlich noch einmal an das Wunder der Weihnacht erinnert und so auch etwas von der Friedensbotschaft dieser Geburt in den Alltag hinüberrettet.
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Ich kann verstehen, wenn man genug von dem ganzen Weihnachtsrummel hat, aber vielleicht lassen Sie ja irgendwo einen kleinen Stern in der Stube hängen, auf dass Sie sich hin und wieder mal wundern und an die frohe Botschaft erinnern lassen. In diesem Sinne zum letzten Mal: Frohe Weihnachten! Versprochen.
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