Singt! Musiziert!
Gedanken zum Sonntag Kantate 2007
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Pfarrer Stefan Nadolny
Pfarrer in Trendelburg und Friedrichsfeld
Jedes Jahr wieder kommt der Sonntag Kantate: Singt! Musiziert! Stimmt Loblieder an für Gott! Das lasse ich mir nicht zweimal sagen, und zum Glück gibt es viele andere, denen das genauso geht.
Anderen mag in diesen Tagen kein Lied über die Lippen kommen. Weil die Sorgen zu sehr drücken oder weil ein geliebter Mensch gestorben ist. Dann kann es sogar sein, dass die allgegenwärtige Musikberieselung unerträglich wird. Einfach nur Ruhe, danach muss man schon suchen.
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Aber Musik ist nicht nur etwas für die gute Stimmung. Schon immer haben Menschen im Gesang auch die Klage ausgedrückt. Aus den Psalmen spricht streckenweise die pure Verzweiflung - aber die Sänger der hebräischen Bibel bringen ihre Klage vor Gott und schöpfen neue Hoffnung.
Genauso die Choräle: Paul Gerhard, dessen 400. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, hat auch sein Leid in seinen Liedern verarbeitet, selbst in einem fröhlichen Lied wie "Geh aus mein Herz und suche Freud". Und in der modernen Musik ist es nicht anders, nicht nur im Blues.
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Mit dem Gesang wird nicht gleich alles wieder gut. Aber die Musik kann einem helfen, wieder zu spüren, wie auch das Schwere bei Gott aufgehoben ist. Und dass die Freude ihren Grund in ihm hat. Das kann man kaum erklären, nur ausprobieren.
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