Auf dem Weg
Gedanken zum Sonntag Judika 2007
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Pfarrerin Anke Trömper-Dorhs
Pfarrerin an einer Berufsschule in Kassel
"Sieben Wochen ohne"
Tapfer sehen die einen seit drei Wochen mit an, wie die Kollegin in der Pause genüsslich ein Stück Schokolade verspeist. Mit großer Willenskraft machen die anderen einen weiten Bogen um die ansonsten geschätzte Weinhandlung oder haben die Fernbedienung ihres Fernsehers an unerreichbarem Ort versteckt.
In der Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostern soll es mal ohne die liebgewonnenen Gewohnheiten des Alltags gehen. Die guten Vorsätze für die alljährliche Aktion "Sieben Wochen ohne" sind so unterschiedlich und vielfältig wie die Menschen selbst.
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Alle, die mitmachen aber haben etwas gemeinsam: Sie wollen sich einen Freiraum dafür schaffen, einmal anders zu leben. Sie versuchen abzulegen, was den Lebensfluss stört oder sogar schadet. Sie testen aus, wie frei oder abhängig sie sich eigentlich fühlen von Angewohnheiten, die wie selbstverständlich zum eigenen Leben dazu gehören.
In all dem liegt die Sehnsucht, wieder zu spüren, was wirklich wichtig ist im Leben und was ich zum Leben tatsächlich brauche und was eben auch nicht. Nun ist das mit den guten Vorsätzen bekanntlich nicht so leicht. Selbst wenn sie im Kopf ganz klar sind, heißt es noch lange nicht, dass es mit der Umsetzung im Alltag genauso leicht funktioniert.
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Aber genau das könnte ja auch das Spannende in diesen sieben Wochen sein. Nicht angstvoll oder etwa mit Schuldgefühlen darauf zu sehen, ob ich auch wirklich durchhalte oder nicht. Verlockender ist es vielmehr, mich selbst neugierig zu beobachten.
Was hindert mich, meinen guten Vorsätzen zu folgen? Sind Alkohol, Fernsehen oder auch Arbeit Ersatz für anderes, was mir eigentlich wirklich fehlt? Und was könnte das sein, was ich brauche, was mich erfüllt? Was passiert, wenn ich auf scheinbar Unverzichtbares verzichte? Wenn ich über meinen eigenen Alltag hinausgehe und Grenzen überschreite, erst einmal ohne zu wissen, wo ich ankomme?
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Jeder und jede wird auf diesem Weg ganz eigene, oft sogar richtig schöne Erfahrungen machen. Grenzen zu überschreiten, nicht um sich zu schaden, sondern um die Quelle des eigenen Lebens wieder zu entdecken und der Seele den Vortritt zu lassen. Ein guter Weg auf Ostern hin!
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