Abverkauf
Gedanken zum 3. Sonntag nach Epiphanias 2007
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Jochen Desel
Dekan i.R. im Kirchenkreis Hofgeismar
In der vergangenen Adventszeit fiel mir auf, dass schon in der Woche nach dem ersten Advent in den einschlägigen Geschäften die Adventskränze zum halben Preis zu haben waren.
"Abverkauf" hieß das. Mir gefielen das Wort und das damit verbundene Angebot gar nicht. Wird da nicht etwas herabgewürdigt, das nicht nur einen materiellen Wert hat? Der Adventskranz steht doch mit seinem Grün im Winter für Gottes Beständigkeit auch in schweren Tagen, seine Kerzen für das Licht, das aus einer anderen Welt in unser Leben strahlt Das Rund des Kranzes symbolisiert Ewigkeit, die keinen Anfang und kein Ende kennt. Abverkauf... sind wir nicht in Gefahr, wichtige Grundlagen unseres Seins zu vergessen, sie dem Ausverkauf preiszugeben?
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Wo das geschieht, tritt an die Stelle Gottes in unserem Leben ein Abgott, dem wir folgen. Unsere Zeit ist leider voller Abgötter. Wir sind nicht ohne Religion, wohl aber auf immer neuen Wegen zu Ersatzreligionen, zu Abgöttern eben, die uns etwas bedeuten. Jeder weiß, welchem Abgott er huldigt.
Von dieser Überlegung aus ist es nicht weit zu einem Unwort, das uns fast täglich über die Lippen kommt, wenn wir sagen, dass wir etwas "absegnen". Wir meinen damit die Zustimmung zu einer Sache, die vorher von anderen beschlossen wurde. Wir machen uns in der Regel beim Gebrauch des Wortes nicht klar, dass so der Segen Gottes herabgezogen wird in unsere alltäglichen und oft auch umstrittenen Geschäfte.
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Für mich ist der Segen Gottes zu wichtig, um von "absegnen" zu reden. "An Gottes Segen ist alles gelegen," sagt man nicht zu Unrecht.
Allgemein zieht die Vorsilbe "ab" nach unten. Wenn wir an Gott denken, will er uns aber nicht nach unten reißen , sondern aufbauen und heraufziehen. Gerade in der Epiphaniaszeit soll das deutlich werden. In Christus hat uns der "Aufgang aus der Höhe" besucht, geht sein Licht auf in unseren gerade zu dieser Jahreszeit lichtbedürftigen Herzen.
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Christus sagt: "wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen". Es geht also aufwärts, nicht abwärts. Weil das so ist, will ich im christlichen Bereich nichts mit Abverkauf und Absegnen und Abgöttern zu tun haben.
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