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Symbol: Tür

Gedanken zum 1. Advent 2007

Pfr. Christian Trappe

Pfarrer Christian Trappe
Gemeindepfarrer in Lippoldsberg

Das neue Kirchenjahr beginnt mit einem ruhigen Vorspiel: der Wartezeit des Advents. Advent heißt Ankunft. Als Christen erwarten wir nicht mehr die Geburt Jesu, sondern seine Wiederkehr am Ende der Zeit und die Ankunft des Reiches Gottes. Der Advent setzt insofern die ernsten Zukunftsthemen fort, die auch die letzten Sonntage des Kirchenjahres bestimmen.

Aber die Adventszeit wird zu einer Drehtür zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie unser Warten auf die Wiederkehr Christi mit dem früheren Warten auf das Kommen des Messias verschmilzt. So wird der Advent auch eine Zeit erinnernder Vorbereitung auf die Geburt Jesu, auf Weihnachten.

Die vier Adventssonntage sind so etwas wie Tore in der Zeit. Sie öffnen sich nur langsam, nach und nach. Sie halten uns hin. Das ist Ihre Aufgabe, es uns schwer zu machen. Sie fordern uns heraus, nachzudenken, nachzuspüren. Wir sollen bewusst und vorbereitet sein, wenn wir an Weihnachten die Ankunft Gottes in der Welt feiern.

Ohne diese Bereitung im Advent laufen wir Gefahr, das große Fest zu verpassen. Trotz - oder wegen dem Glanz der Weihnachtstage können wir das Entscheidende übersehen: das schlichte, kleine Kind - das Leben selbst. Die äußeren Feste wollen in uns etwas anstoßen, in uns etwas öffnen. Denn die Ankunft des Lebendigen kann nur in uns geschehen.

Türen gehören zum Advent. Der Haupttext des 1. Advents ist eigentlich die Geschichte, die auch am Palmsonntag die Heilige Woche eröffnet:

Der Einzug Jesu in Jerusalem. Dieses Bild von der Stadt der Menschen, die sich aufmacht, um Gott als ihren König einzuholen, prägt motivisch viele der Adventslieder.

Letztlich verbirgt sich in den Türen des Advents das noch ältere Motiv der "Paradiespforte". Die tief im Menschen wohnende Sehnsucht nach einer heilen, unerreichbaren Welt, die auf tragische Weise immer ungestillt bleibt, soll durch Jesus erfüllt werden:

"Heut schleußt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis." (EG 27).

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